Kurz gesagt: Die Krampusnacht ist der Abend des 5. Dezember, der Vorabend des Nikolaustags. Der Krampus ist der finstere Begleiter des Nikolaus: Der Nikolaus beschenkt am 6. Dezember die braven Kinder, der Krampus droht mit der Rute. Lebendig ist der Brauch vor allem in Österreich, Bayern und Südtirol.

Nikolo und Krampus: ein ungleiches Paar

Beim Nikolaus ist die Herkunft klar. Er geht auf den heiligen Nikolaus von Myra zurück, einen Bischof aus dem 4. Jahrhundert. Am 6. Dezember bringt er den braven Kindern Süßigkeiten und Nüsse.

Der Krampus ist sein Gegenstück. Er erinnert an alles, was im Jahr nicht so brav war, und droht den Kindern mit der Rute. Woher er genau kommt, liegt allerdings weitgehend im Dunkeln.

Woher kommt der Krampus?

Es gibt mehrere Erklärungen, und keine ist eindeutig belegt. Schon die Kelten sollen sich mit Fratzen, Hörnern und Fellen dem Winter entgegengestellt haben. Auch die Griechen kannten Wesen mit Hörnern und Ziegenbeinen, etwa die Satyrn aus dem Kult um Dionysos.

Einen frühen schriftlichen Hinweis sieht der Bad Hofgasteiner Archivar und Brauchtumsexperte Horst Wierer beim Kirchenlehrer Augustinus um 400 nach Christus. Der schrieb, dass um den Dreikönigstag junge Leute in Felle gehüllt und brüllend durch die Straßen zogen.

Masken aus Zirbenholz, Hörner vom Ziegenbock

Ein Krampus ist vor allem eins: aufwendig. Im Salzburger Gasteinertal trägt jeder Krampus eine kunstvoll geschnitzte Maske aus Zirbenholz. Hörner und Felle stammen von Ziegenböcken und Widdern. Dazu kommen schwere Glocken, deren Lärm man schon von Weitem hört.

Viele Masken sind kleine Kunstwerke. Sie werden oft über Generationen in der Familie weitergegeben.

Wo die Krampusläufe am eindrucksvollsten sind

Krampusläufe gehören zu den bekanntesten Winterbräuchen Österreichs. Besonders eindrucksvoll sind sie im SalzburgerLand und in Tirol. Das Gasteinertal gilt mit rund 100 Krampusgruppen, den sogenannten Passen, als Heimat einer der urtümlichsten Formen. Dort verkörpert der Krampus übrigens nicht das Böse, sondern vertreibt es.

Auch in der Stadt Salzburg ziehen am 5. Dezember Krampusse durch die Altstadt, etwa durch die Linzer Gasse und die Getreidegasse. Aber auch in Kärnten, der Steiermark, Niederösterreich und im Salzkammergut ist der Brauch lebendig.

Wer es lieber ruhig mag, hält sich an den Tag davor: Am 4. Dezember ist Barbaratag, und der ist deutlich leiser.

Quellen: Österreich Werbung, „Rauhnächte: Bräuche in Österreich“; SalzburgerLand Magazin, „Krampusläufe im SalzburgerLand“.